Damit Ihr Produkt einzigartig bleibt

Innovationssicherung durch Prävention. Langfristig orientierte, strategische Schutzmaßnahmen in der Fertigung bieten einen effizienten Schutz gegen Produktpiraterie. In Zusammenarbeit mit Bereichen wie Produktentwicklung, Vertrieb oder Einkauf kann die Imitation der eigenen Produkte erschwert und Know-how gesichert werden.

Beantworten Sie folgende Fragen

  • Ist Ihr Unternehmen aktuell von Produktpiraterie betroffen (Bedrohung, Produktnachahmung, Know-how-Abfluss, Produkthaftung, Markenerosion)?
  • Kennen Sie mögliche Angriffspunkte für Produktpiraterie im Bereich Fertigung?
  • Welche Maßnahmen wendet Ihr Unternehmen aktuell gegen Produktpiraterie an?
  • Sind Ihnen Imitate/Imitatoren bekannt?
  • Welche Investitionen sind für die Fertigung / Produktqualität geplant?
  • Was sind die Kernkompetenzen in der Fertigung?
  • Wo sehen Sie Möglichkeiten, durch entsprechenden Einsatz Ihrer Fertigungskompetenzen einen Schutz gegen Nachahmungen zu erreichen? Durch welche Mechanismen würde dieser Schutz zustande kommen?

Tipps und Tricks

Fertigung

Die Zusammenarbeit zwischen Fertigung, Produktentwicklung, Vertrieb und Einkauf ist für das Erschweren von Imitationen der eigenen Produkte und das Sichern des Know-hows maßgeblich.

  • Lagern Sie kritische Prozesse der Herstellung nicht aus.
  • Gehen Sie keine kritischen Kooperationen ein.
  • Standardisieren Sie Prozesse.
  • Fördern Sie Sensibilität (im Umgang mit Produktionsdaten) und Kontrolle Zugang zu Bauplänen, Materialien oder Maschinentagebüchern: Legen Sie Angeboten an Kunden keine Fertigungszeichnungen / -Pläne bei, besonders nicht in digitaler Form.
  • Nehmen Sie Schulungen zu Produktschutz in Anspruch.
  • Beschränken Sie die Zugriffsrechte auf Fertigungs-Know-how.
  • Teilen Sie Fertigungsprozesse auf mehrere Standorte auf.
  • Sichern Sie wettbewerbsdifferenzierende Fertigungsverfahren: Entwickeln (und produzieren) Sie Betriebsmittel selbst.
  • Organisieren Sie Ihre Lieferantenwertschöpfungskette: Gehen Sie langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeiten mit einem Netzwerk aus Lieferanten ein (Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Fehlerquote, Flexibilität, Personalfluktuation beim Zulieferer).
  • Definieren Sie den Umgang mit Know-how in Zuliefererverträgen.
  • Initiieren Sie ein Verfahren zur Standardisierung vom Umgang mit Besuchern in der Fertigung (z.B. das Untersagen von Fotografien).
  • Im Plagiatsfall: Analysieren Sie das Fertigungsprinzip des Plagiats. Wie ist die technologische Komplexität des Produktes?

Erste Schritte – Analysieren Sie:

  • den Fertigungsprozess: Fertigungsprozess und verwendete Fertigungsschritte, alternative Fertigungsverfahren und deren Auswirkungen (Kundennutzen, Kostenvorteil, größerer Schutz), Fertigungstiefe, Auflistung der kritischen Fertigungsschritte (bezüglich Zeit, Beherrschung, Qualität) und Parameter, Fertigungsschritte, die kundenrelevante Produkteigenschaften erzeugen
    mögliche Qualitätsprobleme
  • den Einbezug von Zulieferern in die Fertigung (geografische Lage,  Tier-1/Tier-2, Teile, beliefern Zulieferer auch Wettbewerber, Identifikation der von Zulieferern gefertigten Teile)

Beispielmaßnahmen in der Fertigung

  • Additive Fertigungsverfahren
  • Benchmarking von Imitaten
  • Black-Box-Bauweise
  • De-Standardisierung
  • Einführung eines Wissensmanagements
  • Einführung von Epicodes
  • Einführung von rollenbasierten, biometrischen Zugangskontrollen
  • Funktionsintegration von Bauteilen
  • hohe Fertigungstiefe
  • Herstellung von Produktvarianten
  • innovative, fixkostenintensive Fertigungsverfahren
  • Mass-Customization
  • Nutzung chemischer Marker, Röntgenfluoreszenz, Materialmarker mit charakteristischer Fluoreszenz
  • Produktionsprozessüberwachung
  • Sammlung und Entsorgung von Ausschussware
  • Schutz eingebetteter Software
  • Sicherstellung der Kommunikationswege
  • Steigerung der Eigenfertigungsquote
  • Stärkung der Mitarbeiterbindung
  • Sensibilisierung der Mitarbeiter für Social Engineering