Bedrohungsanalyse: Um präventiven Produktschutz zu etablieren, muss das Unternehmen in seinem Umfeld & Strukturen betrachtet werden.

Herausforderungen im Kampf gegen Fälschungen oder Plagiate resultieren aus der Vielschichtigkeit möglicher Bedrohungen. Diese ergeben sich u. a. im Umfeld und der Struktur des Unternehmens (Rahmenbedingungen), in den Wirkbereichen der Geschäftsleitung (Unternehmensführung) und in der Art und Weise der Leistungserstellung (Produktmanagement). itsowl-3P hat einen Strukturierungsrahmen entwickelt, welcher  systematisch das Unternehmen, ausgewählte Produkte und mögliche Bedrohungen analysiert (Abbildung).

Der Strukturierungsrahmen beinhaltet neun Suchfelder. Für jedes Suchfeld sind Analysekriterien (z.B. Kundenstruktur, Geschäftsmodell) und -methoden (z.B. Interview, Prozessanalyse, Wirkstrukturanalyse) definiert. Ziel der Analyse ist die spezifische Gefährdung je Kriterium zu finden. Kriterien, denen eine hohe Gefährdung beigemessen wird, stellen Bedrohungsfelder dar. Diese sind Einfallstore für Produktpiraten.

Strukturierungsrahmen Produktschutz
Strukturierungsrahmen_BedrohungsanalyseBeispielsweise kann die Kundenstruktur ein Bedrohungsfeld darstellen: wenn der Kontak zum Kunden nur indirekt erfolgt und die Anzahl der Kundengruppen niedrig ist. Der Wegfall einer Kundengruppe durch Produktpiraterie hätte gravierende Auswirkungen auf den Erfolg des Originalherstellers.

Die neun Suchfelder (SF) des Rahmenkonzepts sind:

  1. Unternehmen und Umfeld
  2. Organisation
  3. Recht
  4. Strategien
  5. Prozesse
  6. Systeme
  7. Produktstrategie
  8. Produkt und
  9. Produktionssystem.

Die SF 1-3 untersuchen Rahmenbedingungen des Unternehmens, die SF 4-6 analysieren die Unternehmensführung und die SF 7-9 beziehen sich auf einen ausgewählten Produktbereich. Die Bedrohungsanalyse kann mit Hilfe von Interviews verschiedener Unternehmensbereiche erfolgen. Hierzu wurde ein detaillierter Gesprächsleitfaden entwickelt, der auf ca. sechzig Analysekriterien basiert. Im Suchfeld 2 wird beispielsweise die Innovationskultur bewertet: Ein „First-Mover“-Ansatz bietet einen guten Imitationsschutz (niedrige Gefährdungsklasse), wohingegen der „Late-Follower“-Ansatz ein Bedrohungspotenzial (hohe Gefährdungsklasse) darstellt. Anhand eines standardisierten Auswertungsbogens werden die Antworten des Unternehmens interpretiert und Bedrohungsfelder identifiziert. In unserer Informationsbroschüre „Bedrohungsfelder“ finden Sie ausführlichere Informationen und Praxistipps. Gerne helfen wir Ihnen bei der Erstellung einer Bedrohungsanalyse und Implementierung einer Schutzkonzeption. Vereinbaren Sie einen kostenlosen Beratungstermin.

Quellenangaben:
Eckelt, D.; Altemeier, K.; Kliewe, D.:Präventiver Produltschutz – Ein Verfahren zur ganzheitlichen Schutzkonzeption. In: Industrie Management 1/14, Gito Verlag, Berlin, S. 55-58
Eckelt, D.; Gausemeier, J.; Peter, S.: Ganzheitliches Produktschutzmanagement – Vorgehen zur Entwicklung zukunftsrobuster Schutzkonzeptionen. In: Gausemeier, J. (Hrsg.): Vorausschau und Technologieplanung. 10. Symposium für Vorausschau und Technologieplanung, 20. und 21. Dezember 2014, Berlin, HNI Verlagsschriftenreihe, 2014
Gausemeier, J.; Glatz, R.; Lindemann, U.: Präventiver Produktschutz – Leitfaden und Anwendungsbeispiele. Carl Hanser Verlag, München, 2012
Lindemann, U.; Meinwald, T.; Petermann, M.; Schenkel, S.: Know-how-Schutz im Wettbewerb – Gegen Produktpiraterie und unerwünschten Wissenstransfer. Springer, Heidelberg, 2012

Informationsbrochüre Bedrohungsfelder

Die Informationsbroschüre Bedrohungsfelder zeichnet Ihnen praxisnah Tipps und Beispiele auf, wie Sie Bedrohungen durch Produktpiraterie in Ihrem Unternehmen aufdecken können. Es werden alle Unternehmensbereiche auf Ihr Bedrohungspotential angesprochen und mögliche Schwachstellen aufgedeckt.

>>> ANSEHEN

Jetzt mitmachen

Produktpiraterie kann jeden treffen!

Vereinbaren Sie noch heute einen kostenlosen Beratungstermin.
Jetzt mitmachen